Telemarketing ist nach Meinung der Wettbewerbsexperten im B2B-Geschäft erlaubt

BGH-Headhunter-Urteil Az.: I ZR 73/02 ist eine positive Basis für Telemarketing im B2B-Business

Das jüngste Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) über Anrufe von Headhuntern am Arbeitsplatz hat auch positive Auswirkungen auf das Telefonmarketing im B2B-Bereich. Dieser Ansicht ist nach einem Bericht des Bonner Brancheninformationsdienstes "Der Versandhausberater" der Wettbewerbsexperte Dr.Stephan Pauly. Seiner Auffassung nach "können infolge dieses Urteils Anrufe bei Gewerbetreibenden nicht wettbewerbswidrig sein, wenn erstmalig Produkte vorgestellt werden, für die es konkrete Anhaltspunkte eines Interesses beim Angerufenen gibt." Der BGH habe mit seinem Headhunter-Urteil (Az.: I ZR 73/02) die Interessen von Wettbewerbern und Werbetreibenden als ebenfalls schutzwürdig berücksichtigt, indem er ein vollständiges Verbot der telefonischen Kontaktaufnahme am Arbeitsplatz als nicht gerechtfertigt abgelehnt habe.

Bei der BGH-Entscheidung ging es darum, ob Headhunter einen ersten telefonischen Kontakt mit einem Arbeitnehmer an dessen Arbeitsplatz herstellen dürfen. Das Gericht definierte solche Anrufe als wettbewerbsrechtlich zulässig, bei dem ein Mitarbeiter erstmalig auf sein Interesse an einer neuen Stelle angesprochen und diese kurz beschrieben wird.

Im Gegensatz zu der Rechtssprechung im B2C-Geschäft (Urteil des Landgerichts Bonn Az.: 11 O 66/06) ist nach Meinung aller Wettbewerbs-Fachleute die Werbung, der persönliche Erstkontakt und das Telemarketing im B2B-Geschäft zulässig.