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Heutige Einsatzgebiete von Voice over IP (VoIP) - Vorteile VoIP

Vergleich: VoIP und die klassische digitale Technik

In Unternehmen mit verteilten Standorten, Heimarbeitsplätzen (Home Office) und in Unternehmen mit großen, bis sehr großen Standorten, ist Voice over IP (VoIP) heute nicht mehr wegzudenken. Voice over IP sorgt dafür, dass die eigene Rufnummer und die Nebenstelle unabhängig vom Standort genutzt werden kann — mit VoIP ist diese Flexibilität weltweit gegeben.

Bei der herkömmlichen digitalen Technik (TDM) gibt es eine 1:1 (Punkt zu Punkt)-Verbindung vom Systemtelefon zum entsprechenden Port auf einer Baugruppe in der (ISDN)-Telefonanlage. Dies hat zur Folge, dass sich das Systemendgerät räumlich in der Nähe der Telefonanlage befinden muss. Aktuelle Systemschnittstellen unterstützen dabei in der Regel eine Reichweite von ca. 1000 m Kabellänge. Sollte die gleiche Nebenstelle (Durchwahl) an einem anderen Telefon oder an einem anderen Standort, an einer weiteren Telefonanlage genutzt werden (mittels Anmeldung durch den Anwender), dann war das bisher mit der TDM-Technik nur in größeren Systemen möglich, die aufwendige Vernetzungsszenarien beherrschten, wie z.B. die Telefonanlagen von Siemens (Hicom 300 E/H, HiPath 4000) und Alcatel (4400, OmniPCX Enterprise).

Um das sogenannte Leistungsmerkmal „follow me“ (der Teilnehmer meldet sich mit seiner Rufnummer an einer beliebigen Nebenstelle im Netz an) nutzen zu können, kommen bei der Standortvernetzung herstellerproprietäre Protokolle, wie Cornet-NQ (Vernetzungsprotokoll von Siemens) zum Einsatz. Über das offene und herstellerübergreifende QSIG-Protokoll ist dieses Leistungsmerkmal nicht im kompletten Umfang realisierbar. An größeren Standorten (Campus, Bürogebäude mit mehreren Etagen, usw.) wird auch die Dokumentation der 1:1-Verbindung von der Telefonanlage zum Telefon entsprechend aufwendig. Hier muss die durchgeschaltete Strecke (Rangierungen in den Telefonverteilern) durchgängig und sauber dokumentiert werden.

Flexible Arbeitsplätze durch VoIP-Technologie

Voice over IP-Technologie (VoIP) sprengt die erwähnten Einschränkungen. Ein 100%iges „follow me“ kann nun auch von kleineren Firmen mit kleinen Systemen genutzt werden. Einem VoIP-Telefon ist es egal, wo es sich auf der Welt befindet. Die einzige Voraussetzung dabei ist, dass das Telefon eine IP-Verbindung zum entsprechenden VoIP-Server, bzw. zur Voice over IP-Telefonanlage hat. In Unternehmensnetzwerken sollte dabei bei der standortübergreifenden Kommunikation eine gesicherte Verbindung (z.B. eine VPN-Verbindung über MPLS) genutzt werden.

Ein VoIP-Telefon im privatem Bereich wird oft ungesichert im Internet betrieben (unverschlüsselte Signalisierung per SIP, unverschlüsselte Sprachübertragung per RTP, Einsatz hinter einer NAT-Firewall mit Hilfe des STUN-Protokolls). Diese Art der VoIP-Anschaltung im Unternehmen ist nicht zu empfehlen.

Die Standortunabhängigkeit eines VoIP-Telefons bietet vor allem mobilen Mitarbeitern ganz neue Möglichkeiten. Arbeitsgruppen können sich flexibel an einem Ort zusammensetzen und jeder Mitarbeiter erhält an dem Schreibtisch seiner Wahl seine gewohnte Arbeitsplatzumgebung (bekannte Durchwahl, bekannte Endgerätebeschriftung über TFT und LCD´s). Dabei können Softwaretelefone (VoIP-SoftClient), WLAN-Telefone, PDA´s (aufgrund der Akkulaufzeit nicht zu empfehlen) und VoIP-Systemtelefone zum Einsatz kommen.

Auch unsere Kunden nutzen heute VoIP-Szenarien, wie zum Beispiel die flexible Anmeldung an VoIP-Systemtelefonen an unterschiedlichen Standorten. Ein Mitarbeiter aus Köln kann sich an einem beliebigen VoIP-Telefon in einem anderen Büro, z.B. in Düsseldorf oder Bonn mit seiner gewohnten Rufnummer anmelden. Ein gehendes Gespräch in Bonn wird dann mit der Amtsrufnummer und Durchwahl aus Köln geführt. 

Dokumentation und Anschaltung von Systemtelefonen

Mit Voice over IP (VoIP) wird auch die Dokumentation der Anschaltung des Telefons wesentlich vereinfacht. Dieser Vorteil von VoIP wird gerade in großen Installationen deutlich. Statt eine Rangierung über mehrere Stationen (z.B. vom Hauptverteiler zum Gebäuderverteiler, über mehrere Unterverteiler) zu dokumentieren, benötigt ein VoIP-Telefon nur eine Verbindung an das IP-Netz. Dabei ist in der Regel nur ein Patch/Patchkabel notwendig und zwar für die Verbindung vom Etagen-Switch zur strukturierten Verkabelung.

In herkömmlichen Telefonkabelnetzen werden für die Rangierungen Spezialwerkzeuge benötigt (Lötkolben, Auflegewerkzeug). Die Rangierungen werden dabei durch geschultes Personal (Fernmeldeinstallateur, Fernmeldehandwerker, Kommunikationselektroniker, …) durchgeführt. Das Patchen in einer Voice over IP Umgebung kann dagegen durch die eigenen Mitarbeiter der IT-Abteilung übernommen werden. Der Kostenvorteil von Voice over IP (VoIP) ist dabei umso größer, je größer die Umgebung (z.B. Campus) und je älter das Telefonkabelnetz ist. 

Nur eine Infrastruktur für Sprache und Daten

Mit Voice over IP wird nur eine Infrastruktur für Sprache und Daten benötigt. Dies gilt sowohl für die drahtgebundene Technik (Glasfaser (LWL) zwischen den Gebäude und Etagenverteilern, Kupfer (Kat-Kabel) zu den Arbeitsplätzen), als auch für die schnurlose Technik in Form eines WLAN-Funknetzes. Für die Echtzeitanwendung VoIP sind dabei andere Parameter (Laufzeit, Ausfallsicherheit, Verfügbarkeit, Quality of Service – QoS, usw.) wichtig, als für Daten. Ein WLAN für Sprache (VoIP over WLAN) stellt dabei andere Anforderungen, als ein reines Daten-WLAN. Dies beginnt schon bei der Ausleuchtung (Bestimmung der Anzahl und Standorte der benötigten WLAN-Accesspoints (Sender)). Ein Sprach-WLAN muss auch an Stellen verfügbar sein, die für reine Datenanwendungen keinen Sinn machen (z.B. im Treppenhaus, in der Ecke eines Zimmers, usw.). Auch bei der Auswahl der WLAN-Technologie muss auf die speziellen Anforderungen für Sprache Rücksicht genommen werden (schnelles Handover, Roaming, Quality of Service, Bandbreitenreservierung, Akkulaufzeit der VoIP-WLAN-Telefone, usw.).

Weltweiter Überblick über die Telefonaktivitäten und Präsenz der Mitarbeiter

Mit Voice over IP (VoIP) stehen natürlich Informationen zur Verfügung, die es mit der herkömmlichen digitalen Technologie (TDM) bereits gab. Ein zentraler Vermittlungsplatz erhält z.B. die Übersicht über den Status (Gesprächszustand: frei, besetzt, Ruf; Zustand: umgeleitet, nicht stören; Präsenz: anwesend, abwesend) aller Nebenstellen weltweit. Vermittlungsvorgänge können jedoch mit VoIP optimiert werden. Die Telefonzentralen können zentralisiert werden. Das dadurch eingesparte Personal kann dann für andere Aufgaben eingesetzt werden (Kostenoptimierung). Auch Arbeitsgruppen (Teams) können diese Informationen zur Verfügung gestellt werden. Hierzu wird die Voice over IP (VoIP)-Technik um Funktionen von Computertelefonie (CTI) und Präsenzmanagement ergänzt. Ein Mitarbeiter in Köln hat so den Überblick über den Status seiner Kollegen im Team an anderen Standorten, wie z.B. im Büro in Bonn oder im Homeoffice in Düsseldorf.

Weitere Informationen zum Thema Voice over IP

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